Aufruf
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Öko - Anarchistisches Barrio
anders leben: selbstorganisiert, offen, radikal, von unten
auf dem Klima-Camp in Hamburg vom 15. -24. August 2008
Alle reden über Klima"wandel". Damit wäre es doch an der Zeit, sich auch über viele andere Auswirkungen unserer Lebensweise grundlegend auseinanderzusetzen und vor allem etwas daran zu ändern! Wege dazu werden zum Beispiel in dem Öko-Anarchistischen Barrio auf dem Klimacamp 2008 ausprobiert. Dabei wird der herrschende Klima-Diskurs abgelehnt, weil er sich ausschließlich auf technische und systemimmanente Scheinlösungen konzentriert. Ihm sollen Ideen eines herrschafts- und hierarchiekritischen Zusammenlebens entgegengestellt werden.
“Politik von unten”
Jenseits von Parteien und großen Organisationen geht es um Bewegungen, welche die Klimathematik nicht als Mittel zum Zweck für ihre eigenen Interessen benutzen, sondern die Überwindung der zerstörerischen Industriegesellschaft mit ihrem ungerechten Wirtschaftssystem als Voraussetzung für Klimaschutz begreifen. Anarchistisch bedeutet somit nicht nur die Ablehnung der Herrschaft von Menschen über Menschen, sondern auch der Herrschaft von Menschen über die Natur. Dies verstehen wir als Basis von öko-anarchistischer
Klimapolitik, die viel Spielraum für Diskussionen bietet. Gerade diese Sichtweise war auf den "Camps for Climate Action" in England stark vertreten. Die Dynamik der englischen Bewegung dient als starke Inspiration für das Barrio und darüber hinaus.
Alltagsalternativen
Wie kann ein lustvoller Alltag jenseits von Industrie und Konsum aussehen? Wie können Kinder, Kommunikation und Zärtlickeit aus dem "Privaten" geholt werden? Reicht Sonne (z.B. in Hamburg:), um Wasser für Tee oder Kaffee zu kochen und richtig heiss zu duschen? Was machen wir mit unseren Abfällen und Abwässern? Was bedeutet Elektrizität für unser Leben? Was heißt für uns Lebensqualität?
Konsum, Industrie und Technik kritisch betrachten und Alternativen formulieren sowie umsetzen: Entfremdung durch Technik, tendenzielle Herrschaftsförmigkeit von industriellen Produktionsprozessen, Entwicklung und Fortschritt als moderne Religion und Instrument für kulturelle Herrschaft, Ausbeutung des globalen Süden als Voraussetzung von Technik und Industrie. Was sind eure Ansatzpunkte? Was können Alternativen zu diesen Realitäten sein? Wie sieht die Praxis eines technik- und industriekritischen Lebens aus? Was gibt es jenseits von technischen Scheinlösungen?
Wissenshierarchien abbauen - durch D.I.Y. (Do-It-Yourself): Schon die Vorbereitung des Barrios soll möglichst hierarchiearm und "von unten" erfolgen. Während des Camps sollen Selbstermächtigung/ -befähigung und nicht konsumierbare Events im Vordergrund stehen.
Das Barrio soll hier ein Ort des Ausprobierens und Experimentierens sein:
- Mit selbstorganisierter Wissenvermittlung, hierarchieabbauenden Diskussions- und Entscheidungsmethoden... Keine großen Podiumsdiskussionen, keine endlosen Plena, dafür lebendige Räume, in denen wir gemeinsam dazulernen und Lust haben, uns einzubringen!
- Selbstbestimmte vielfältige Aktionen an den Start bringen: Es wird den Teilnehmer_innen kein vorgefertigtes Konzept für eine Großaktion vorgesetzt. Stattdessen sollen viele befähigt werden, selbst kreative und wirkungsvolle Aktionen zu entwickeln: durch gegenseitige Vermittlung von Wissen über Aktionskonzepte (Klettern, Blockadetürme bauen, rebel clown army, verstecktes Theater, Fakes,...) vermitteln. Dafür soll auch einen Materialpool (Direct-Action-Zelt) gesammelt und zur Verfügung gestellt werden.
- Kreatives Kulturprogramm gestalten: Mit akustischer Musik, Theater, Puppen und Aktionsmaterial bauen,... Ihr seid eingeladen und gefragt, euch hier mit eigenen Ideen einzubringen: Musiziert, tanzt, macht Akrobatik, spielt Theater, organisiert JAM-Sessions, seid laut und leise und bringt die Gitarre (oder was auch immer ihr spielen könnt) mit!
Wir verstehen uns als Ort, an dem auch Menschen willkommen sind, die nicht unsere Ansichten teilen. Wir wünschen uns aber eine Bereitschaft zur konstruktiven Diskussion und zur Hinterfragung der eigenen Standpunkte, frei nach dem Motto: "Fragend schreiten wir voran".
Bringt euch ein in der Vorbereitung, kommt ins Barrio. Tretet der unwiederbringlichen Zerstörung von Lebensgrundlagen entgegen. In Hamburg und überall!
Kontakt
barrio(eat)klimacamp.org <mailto:barrio@klimacamp.org>
Etwas Beitragen
- ab 14.- Ende Juli gibt es ein offenes BarrioBüro in Bad Oldesloe wo wir Material organisieren, zusammen leben, streiten, konkret werden! UnterstützerInnen sind herzlich willkommen.
- Wir suchen Menschen, die Lust haben zum: Kultur machen/ansprechen, Matarial besorgen, Solitresen machen, handwerken, Klos und Duschen bauen, Energie/Strom organisieren, Kinder einbeziehen, Permakultur anwenden, skill-sharing, Aktionen ausdenken, früher kommen, überhaupt kommen, 1000... Sachen verwirklichen und vieles mehr!
