Aufruf zur Vorbereitung und Organisation eines Klima-Aktions Camp 2009
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Die Idee
Nach dem Vorbild des Camp for Climate Action in England und als konsequente Radikalisierung der Klimabewegung im deutsch-sprachigen Raum möchten wir anregen, 2009 in Deutschland ein weiteres Klima-Aktions Camp zu organisieren. Wie auch in England sollen Wissensaustausch (durch Workshops), selbstorganisiertes Leben mit möglichst geringem ökologischen Fußabdruck (auf dem Camp), Vernetzung und Direkte Aktion miteinander verbunden werden. Das Camp soll es Menschen dabei unterstützen, selbstermächtigt direkte Aktionen durchzuführen: in Bezugsgruppen und als Masse. Zielgruppe des Camps sind sowohl Aktivist_innen als auch sich politisierende Menschen.
Wie gehts zum Klima-Aktions Camp 2009?
Diese Mail und dieser erste Aufruf entstanden auf dem diesjährigen Klimacamp in Hamburg, als sich spektrenübergreifend Menschen im öko-anarchistischen Barrio trafen, um in Deutschland ein Klima-Aktions Camp 2009 zu organisieren. Das weitere Vorgehen soll am [ersten? ...wochenende (Datum)] auf einem Planungstreffen im Raum Frankfurt/Main vereinbart werden.
Das Klimacamp 2008 in Hamburg hat gezeigt, dass Klimapolitik von unten möglich ist. Aus unserer Sicht sollen im Klima-Aktions Camp 2009, sowie im Prozess dahin, insbesondere zwei Aspekte deutlich sein: Zum einem soll das Camp durch regional organisierte Barrios strukturiert werden, um soziale Bewegungen effektiv in den Regionen zu stärken (mehr dazu auf der Klima-Aktions Camp Website www.klimacamp.org ). Zum anderen sollen alle beteiligten Menschen gleichberechtigt am Prozess und dem Camp mitwirken können - ohne Vereinnahmung durch NGOs und Parteien. Letztere Organisationen wünschen wir uns alle inhaltlich Beitragende auf Workshops während dem Camp 2009.
2008 ist ebenfalls deutlich geworden: Spektrenübergreifendes Campen ist produktiv. Deshalb wünschen wir uns auch für 2009 gemeinsamen Campen und Aktionen mit AntiRa-, AntiAtom-, und Anarcho-Campern. Für 2009 sollten auch wir den Bezug zu Kämpfen im globalen Süden stärker in das Camp einbringen.
Was sind Hintergründe des Klima-Aktions Camps?
Klimachaos ist Realität. Und uns bleibt nicht mehr viel Zeit, den Schaden zu begrenzen. Gerade deshalb geht es uns nicht um blinden Aktionismus, der die Ursachen des Problems reproduziert, sondern tiefgreifende um Direkte Aktion, die wiederum niemanden ausschließt. Wir brauchen darüber hinaus fundierte Analysen über zugrundeliegende Strukturen, die eine schnelle gesellschaftliche Veränderung mit Nachdruck einfordern und die Relevanz der tiefersitzenden Ursachen an eine breite Öffentlichkeit bringen.
Klimawandel ist nicht nur ein ökologisches Problem, sondern auch eine Frage der Verteilung seiner Folgen. Er stellt damit auch soziale Fragen. Deshalb braucht es schnelles und direktes Handeln. Es müssen aber auch noch viele andere Fragen diskutiert werden, u.a. die folgenden (erste grobe Sammlung von uns Camp-Teilnehmer_innen):
- Wie handelt Mensch effektiv?
- Wie sieht ein CO2-neutrales Leben aus? Welche Utopien brauchen wir? Welche Alternativen können wir jetzt schon leben?
- Warum wird das Thema Klimawandel verstärkt von den Medien aufgegriffen? Was für Interessen stehen dahinter? Sind das auch unsere Interessen?
- Vertrauen wir darauf, dass Regierung und Wirtschaft uns retten? Oder schaffen wir uns unsere eigenen Lösungen?
- Wie ist die bis dato gemachte Klimapolitik von Umweltverbänden, Globalisierungs- und Umwelt-NGOs zu beurteilen? Wie ist deren Wirkung?
- Ist Klimaschutz im jetzigen System möglich? Oder bedarf es radikaler sozialer Veränderung?
- Wer macht Profite mit dem Klimawandel? Und was heißt das für unser Handeln?
Ein Klima-Aktions Camp könnte diesen und vielen weiteren Fragen nachgehen, Menschen Anstöße und Anregungen geben für politisch-ökologisches Denken und Handeln, es könnte Experimentier-Wiese, Thinktank und Kontaktbörse für weiteres gemeinsames Handeln sein. Das Camp soll deutlich machen, dass sich Klima-Bewegte Raum aneignen können für soziale und ökologische Experimente. So kann das Camp selbst eine praktische politische Aktion sein. Zu klären wären dafür natürlich zuerst:
- Wie soll ein Klima-Aktions Camp in Deutschland aussehen?
- Wie kann es organisiert werden, ohne von zentralistischen NGO-Apparaten vereinnahmt zu werden?
- Wie können wir regionale Strukturen unterstützen, ein Camp 2009 zu tragen?
- Wer macht mit?
Kommunikation
Für die zukünftige Kommunikation tragt euch in unsere *Mailingliste* ein: http://lists.trilos.net/mailman/listinfo/klimacamp
Wenn Ihr mehr von uns direkt erfahren wollt, lasst uns das über die Mailingliste wissen. Wir kommen aus unterschiedlichen Regionen in Deutschland (u.a. Freiburg, Rhein-Main, Wendland, Bremen) und können evtl. auch zu Euch kommen und Euch mit Fotos und Film vom Camp in Hamburg sowie von den Camps in England berichten! (als motivierenden Infoabend vor dem ersten Orgawochenende)
In der Hoffnung auf viel positive Resonanz,
Namen... queerfirebird
