Diskussion:Energiedemokratie

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Feedback von Eric

Ich bin in vielen Punkten Deiner Meinung, aber manches möchte ich ergänzen oder auch rundheraus ablehnen.

  • Für mich sind alle Überlegungen wertlos, die sich um eine spezifisch „linke“ Energiepolitik bemühen. Kategorien wie „links“, „rechts“, „christlich“ (im politischen Kontext), „liberal“ etc. sind völlig verbraucht und im Kern inhaltslos. Empirisch unterscheiden sich „Linke“ von „Rechten“ in demselben Maße wie sich „Eintracht-Frankfurt-Fans“ von „Bayern-München-Fans“ unterscheiden. In Anbetracht der Tatsache, dass uns so langsam quasi der Rasen unter den Füßen absäuft schlage ich vor, dass wir diese Trikots einfach mal wegschmeißen und uns mit den Problemen befassen. Die allermeisten Menschen auf der Welt gehören sowieso zu keiner diese Kategorien, sind angeblich „unpolitisch“ (weil politisch immer im Zusammenhang mit Partei- oder Richtungszugehörigkeit verstanden wird), haben aber genauso wenig Lust zu ersaufen wie Du und ich. Meistens wünschen sie auch nicht, dass andere ersaufen müssen.
  • Der Emissionshandel ist nicht wirklich marktkonform. Außerdem war es für die Leute, die dieses Konzept durchgedacht haben schon lange klar, dass dabei nichts vernünftiges herauskommen kann; als einzige mir bekannte Umweltorganisation hat sich der Solarenergie-Förderverein schon immer – gut begründet – dagegen ausgesprochen, siehe: http://sfv.de/sachgeb/Emission.htm
  • Das Problem, das sich gerade besonders deutlich am Thema Pflanzenöl zeigt, ist, dass wir zwar ein großes Tamtam zum Umstieg auf erneuerbare Energien haben (dabei hat sich in der Tat auch Rot-Grün etwas Lorbeeren verdient), aber über die Verminderung des Verbrauchs (egal ob über Effizienz oder Suffizienz) beinahe nix zu vernehmen ist. (Außerdem sind natürlich Autos immer noch Heilige Kühe...) Vom höher, schneller, weiter und vom Wachstumswahn wollen wir offenbar weder lassen noch das auch nur mal diskutieren... Natürlich hat das in erster Linie mit der Umverteilung von unten nach oben bzw. mit der Nicht-Umverteilung von oben nach unten zu tun, denn nur mit Wachstumswahn können die unten hoffen, auf die Dauer überhaupt noch was zu kriegen.
  • Ich stimme Dir auch zu (wenn ich was Du schreibst richtig verstehe), dass die Reduzierung von Umweltpolitik auf internationale Verhandlungen völliger Unsinn ist. Es ist ja im Gegenteil die globale Ebene jene mit der faktisch geringsten Handlungsmacht, mangels wirksamer Strukturen und gemeinsamer politischer Kultur. Natürlich brauchen wir alle Ebenen, neben der lokalen sicher auch die nationale und die europäische.
  • Die Demokratisierung der Energiewirtschaft, also den Übergang der faktischen Kontrolle an die Menschen/BürgerInnen, ist notwendig, keine Frage. Aber warum nicht gleich die „Demokratisierung“ der gesamten Wirtschaft und die „Vergesellschaftung“ des ganzen Staates? In anderen Themenfelder ist die doch genauso angesagt!
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