Diskussion:Mehr-Säulen Camp
Aus KlimcampWiki
Vielen Dank für diesen Beitrag. Ich denke, dass es anders schlicht unmöglich ist, ein Klimacamp, dass den sozialen Wandel als Lösung für den Klimawandel und andere Umweltprobleme proklamiert, anders aufzuziehen. Die Klima-Frage ist gleichzeitig eine Gerechtigkeits-Frage. Und muss dem gebührend gerecht werden. Andernfalls kann man auch einen Klima-Kongress oder eine Umwelt-Messe veranstalten, wo die Themenfelder vielleicht eher zum selbermachen einladen (z.B.: Wie bau ich mir mein eigenes Windrad?) als bei wem kauf ich mir mein Windrad... Gerechtigkeit ist das Thema, das die Linke national und international verbindet und so sollten sich entspechend aktive Gruppen und Einzelpersonen auch dort einbringen. Das Camp soll aber die Klima-Klammer behalten, so wie es letztes Jahr die Klammer G8 bzw. Globalisierung war.
mehrsäulen! definitiv mehrsäulen!
beispiel einer zwischenkommentur. [quelle: http://www.wiki.bildung-schadet-nicht.de/index.php/Bild:Plakat1-2.jpg]
eine kommentar-inklusive-variante des mehrsäulen-strategie-vorschlag-papiers:
Wie weiter nach Heilgendamm: Klima- oder 'Mehrsäulen'-Camp?!? [nur mit mehrsäulencamp.]
Im Rahmen des (allmählich ausklingenden) G8-Nachbereitungsmarathons
[nicht ganz ausklingend. nachzubereiten haben nicht nur die leute von der roten hilfe [siehe erst angelaufene klagewellen], nicht nur redakteure wie anselm weidner von worldwideradio, dem zu wünschen ist, daß vor allem die fragen um die allzu offen gehaltene schleuse kavala-->ddp/dpa/ap [was seit august von mehreren seiten untersucht wird] oder die frage um die auf zivilpersonen gerichteten MG3-läufe bei rostock-laage oder die inydbuskonfiszierung trotz aller bisherigen schwierigkeiten der kontaktaufnahme zu den entsprechenden interviewpartnern doch noch von einem dokumentarisch wertvollem ergebniserfolg gekrönt sein wird] [als einem der durch zb. http://de.indymedia.org/2007/08/192164.shtml ermöglichtem fortwirken...]
sind Anfang Oktober einige jener Gruppen zusammengekommen,
[menno "einige". det hier wäre netter, wenn vollständig.]
deren Basis zwar das dissent-Netzwerk war,
[hm.-hm.]
die aber auch den so genannten 'breiten' G8-Bündnisprozess von Anfang an mitgetragen haben – unter anderem die Aktionskonferenzen in Rostock, den Hannoveraner Koordinierungskreis und etliche der lokalen Infoveranstaltungen in Mecklenburg-Vorpommern. Ziel des Treffens war zum einen, die unterschiedlichen Erfahrungen in der Bündnisarbeit auszuwerten,
[was tatsächlich schon - als diskussion und gespräch und disput und ... auch ein bißchen gelaber... durch etliche nachtreffen als "gelungen und vollbracht und jetzt aber weiter!" bezeichnet werden darf vieleicht mittlerweile - zumindest aus berliner sicht.]
zum anderen zukünftige Projekte zu diskutieren, auch im Hinblick auf die Frage, ob und wie es möglich ist, die bündnispolitischen G8-Experimente fortzusetzen bzw. weiterzuentwickeln.
Zumindest an einem Punkt ist unsere Diskussion konkreter geworden – nämlich was die von unterschiedlicher Seite propagierte Idee eines 'Klimcamps' im kommenden Jahr betrifft. Da das erste Klimacamp-Treffen bereits Anfang November in Kassel über die Bühne gehen soll, möchten wir wir unseren diesbezüglichen Diskussionsprozess in aller Kürze zusammenfassen – einschließlich eines praktischen Erweiterungsvorschlages.
Doch der Reihe nach: Einig waren wir uns in zweierlei: a) So sehr die G8-Proteste für viele eine beeindruckende Erfahrung gewesen sein mögen, es sollte nicht aus dem Blick geraten, dass die G8-Mobilisierung bis zum Schluss auf tönernen, d.h. wenigen Füßen stand. Insofern ist es nur die halbe Wahrheit, im Nachhinein von „Erfolg“ zu sprechen.
[da oben stand nur: erfolgreich (post-heiligendammum-bad-doberanum-) ausdiskutiert müßten sich die gruppen langsam haben, vielleicht ist die zeit doch langsam reif für eine aktivere bündelung...]
Angemessener scheint es vielmehr, die enorme Potentialität in den Mittelpunkt zu rücken, die in Rostock und Heiligendamm sichtbar geworden ist. Konkret ist hiermit erstens die große Zahl junger, wenn auch (überwiegend) schwach organisierter AktivistInnen gemeint,
[bessere organisation ist ZUM BEISPIEL mit einem echt offenen wiki möglich. "nur so am rande".]
zweitens der Umstand, dass es immer wieder – nicht nur bei BlockG8 – zu äußerst lustvollen Erfahrungen kollektiver Stärke, ja Schlagkraft gekommen ist und drittens die nicht wegzuredende Tatsache, dass die G8-Proteste trotz erheblicher Differenzen und Misstöne von einem breiten Bündnis auf die Beine gestellt wurden.
b) Weniger Einigkeit bestand hingegen darüber, wie mit besagter Potentialität umzugehen sei: Während sich die einen für die Intensivierung lokaler Aktivitäten aussprachen ('dort, wo die Masse der G8-AktivistInnen zu Hause ist'),
betonten andere die Notwendigkeit, direkt an der politischen Dynamik von Heiligendamm anzusetzen. Nicht nur, weil im Lichte eines (neoliberal) normierten Alltags Großmobilisierungen unerlässlich seien (in diesem Zusammenhang ist auch viel von 'Event-Kultur' die Rede gewesen), sondern auch deshalb, weil es derzeit einen positiven (und obendrein) spektrenübergreifenden Referenzpunkt gäbe, den es nicht zuletzt im Interesse des Aufbaus längerfristiger Strukturen auszunutzen gelte.
Bei aller Unterschiedlichkeit in der Prioritätensetzung, unter uns war unstrittig, dass die beiden Vorgehensweisen allenfalls auf der Ebene der personellen Ressourcen bzw. Kapazitäten einen Widerspruch darstellten, nicht aber prinzipiell. Insofern lag es aus unserer Sicht absolut nah, den Vorschlag eines Klimacamps ausführlich unter die Lupe zu nehmen. Denn unter den derzeit zirkulierenden Vorschlägen scheint einzig das Klimacamp das Zeug zu einem spektrenübergreifenden Post-Heiligendamm-Projekt zu haben.
Das hat erstens mit objektiven Gründen zu tun – die Klimafrage ist in der Tat ausgesprochen drängend, zweitens mit dem Umstand, dass in der Klimafrage eine Vielzahl unterschiedlicher Problemstellungen zum Tragen kommt (Energieverschwendung & Kapitalismus, industrialisierte Landwirtschaft, Energieversorgung als globales soziales Recht etc.) und drittens mit dem zweifelsohne fragwürdigen Hype, welcher derzeit um die Klimafrage gemacht wird. Und doch: So sehr sich die Klimafrage als politisches Kampfterrain aufdrängt („social change – not climate change!“),
aus unserer Sicht wäre es eine verschenkte Chance, würde es nächstes Jahr lediglich bei einem thematisch beschränkten Großevent bleiben
[EXAKT.][thematisch eingeschränkt nach format nurklima wäre vertane chance, definitiv.]
(und realistisch betrachtet, wird es kaum möglich sein, mehrerer solcher Camps 'hochzuziehen')).
[mehrere camp-termine nicht. mehrsäulen zu g8/2008 schon. konkreter: g8/2008 ohne mehrsäulen wird wohl doch nur eine übernahme des g8-ansatzes durch ökös. NICHTS gegen "ästhetik des ökologischen widerstands" [prof hermand (jost hermand) hat das in eines der bücher, an denen er mitgewirkt hat, aufgegriffen) - ABER: ökologischer widerstand ist nunmal nur ein teil des ganzen. auch ökologie ist ohne soziale komponente nur ein schuß in den ofen, begründung folgt weiter unten. [hier bitte erinnern an den hype, den man angerührt hat, um den heiligendamm-sternmarsch verboten zu bekommen...] [WER was genau für schwer realisierbar hält hier, wäre schon langsam interessant. mehrere camp-großevent-termine 2008 (verstreuende, ins disparate weisende) termine wären allemal ein FLUTSCH ins wasser und superschade. mehrere SÄULEN bei dem camp wirken wie ein konzept mit aussicht auf ein paar erfolge.]
Denn dass der G8-Protest zu dem geworden ist, was er war, hatte ja gerade mit der Masse und der Unterschiedlichkeit der Beteiligten
hier die oben versprochene begründung: [= sammlung des protestpotenzials. geht es hier um eine gesellschaftliche veränderung? an die nur-klima-fans: ihr wollt echte veränderungen erreichen? und die sind eurer meinung nach ohne sozialen protest plus antimilitaristische/ankikapitalistische komponente möglich? wie weiter z.b. mit der gegen protest blinden und tauben kfz-lobby, nur beispielsweise. so lange die automobilindustrie nicht von einer breiteren basis gezwungen wird zu einer umstellung ihrer antriebskonzepte in der massenproduktion - meint ihr, da tut sich dann sehr viel? ein solcher industriezweig kann nur von mehreren seiten angegriffen werden: a) kritik des statussymbols als solches --> lösung des normlbürgers von seiner abhängigkeit --> bedarf/bedürfnis am bisherigen produkt senken b) gleichzeitig umstieg auf wasser/mehrsolar/strom [und für die trabioldies raps] fordern. c) als nur-klima-kämpfer steht ihr da aber ein wenig ... dezimiert auf dem feld. schaut euch z.b. an, wie schnell ihr noch vor dem 2.11. von der hauptseite auf indymedia zum ressor "ökologie" verschwunden seid... d) denn ZWAR hat der gute ENZE (also olle enzensbergi) mal geschrieben zu nachvollziehbaren BEDÜRFNISSEN des otto normalo. LOGISCH, ohne bedürfnisse auch kein (arbeiter-) kampf um (auch finanzielle) besserstellung. ABER: die BEDÜRFNISSE selbst geht es feiner zu tunen. also z.b. nach dem motto "wie lange will sich das land von den kfz´lern noch vormachen lassen, daß bezahlbare alternativ-mini-autos [mit anhängerschleppkraft bei bedarf und das dann wieder erstmal mit RAPS] für klein-und-großstadt-ansprüche nicht möglich sind. auch VON DIESEM standpunkt führt der kritische gedanke zur frage WER BRAUCHT SCHON (und vor allem HEUTE) ... etwas wie s-klasse. [um ehrlich zu sein, geht es hier um den anschluß einer weiteren nutzerschicht. für die berliner und andere großstädter gilt weiterhin: "wie kommt es, daß ein simpler nurmensch heute - im unterschied zur oberen paartausend-schicht - sich in einer u-bahn NICHT den überwachungskameras entziehen kann": dies wieder als politischer knüpfpunkt ZWISCHEN ökokomponente, sozialer thematik und.... dem thema repression/überwachung. ohne die säulen antimilit./sozial/antikapitalistisch wird das alles andere als ein camp hier in d-land 2008.]
samt ihrer jeweiligen Schwerpunkte (Stichwort: Thematische Aktionstage) zu tun. In diesem Sinne wäre ein Klimacamp noch nicht einmal ansatzweise in der Lage, quantitativ und qualitativ an den Heiligendamm-Protest anzuschließen – eine Feststellung, die wir sehr wohl im Wissen darum treffen, dass die InitatorInnen des Klimacamps (bislang) überhaupt nicht den Anspruch erhoben haben, in die Fußstapfen des G8-Protests treten zu wollen.
[wäre aber : ] ein bißchen an der zeit, findet ihr nicht? aber auch nur mit wikiöffnung und mehrsäulen, sonst kann man da ... schwarzgrün sehen.]
Praktisch heißt das für uns, dass wir statt eines Klimacamps ein 'mehrsäuliges' Camp vorschlagen möchten. Konkreter: Wir fänden es politisch sinnvoll, würden auf dem Camp neben 'Klima' (als sicherlich prominentester Säule) auch noch weitere Schwerpunkte wie 'Migration', 'Krieg & Frieden' oder 'Prekarisierung & Aneignung' verhandelt werden – was im übrigen auch dazu passt, dass es im antirassistischen Spektrum zumindest vorsichtige Überlegungen gibt, im nächsten Sommer an einem der großen Abschiebeflughäfen ein NoBorder-Camp zu organisieren). Hierdurch würde zwar 'Klima' sein Alleinstellungsmerkmal verlieren, dennoch ginge dies mit mindestens vier Vorteilen einher: Erstens dürften zu einem solchen mehrsäuligen Camp deutlich mehr AktivistInnen als zu einem Single-Issue-Event kommen, mit der Konsequenz, dass jedem der einzelnen Schwerpunkte ungleich größere Aufmerksamkeit zuteil würde (konkret halten wir 3.000-4000 AktivistInnen durchaus für möglich – immerhin befinden wir uns im Jahr I nach Heiligendamm). Zweitens würde hierin die Chance liegen, die Verknüpfungen zwischen den einzelnen Themenkomplexen theoretisch und praktisch sichtbar zu machen und somit jenen Crossover-Faden fortzuspinnen, der in der G8-Mobilisierung zwar oft proklamiert, aber nur selten umgesetzt wurde. Drittens würde erst eine Masse von mehreren tausend AktivistInnen zwei oder drei ernsthafte (an BlockG8 anschließende) Blockade-, Stilllegungs-, Aneignungs etc. -aktionen möglich machen, ob an einem Flughafen, einer Kraftwerk-Baustelle, einem Rüstungsbetrieb oder einer gigantischen Shoppingmal.
[sehr, sehr vernünftige ansätze.] [schön ausbaubar.]
Viertens würde einem ausdrücklich auf den Geist bzw. das Potential von Heiligendamm bezogenen Camp von Anfang an ein überproportional hoher Aufmerksamkeitslevel garantiert sein.
Sorge, dass ein derartiges Camp zu einem unüberschaubaren Gemischtwaren-Laden würde, hätten wir nicht – in diesem Zusammenhang möchten wir ausdrücklich an die viel zitierte
G8-Choregrafie des Widerstandes
[ : ] die "figur im chaos..." ] [die unstrukturierte struktur, wenn man will...]
erinnern. Zentraler Unterschied zu Heiligendamm wäre vielmehr, dass es nicht mehr einen lokalen G8-Gipfel als 'natürliche' Klammer gäbe. Dies könnte auf zweierlei Weise kompensiert werden: Entweder darüber, dass ein solches Camp parallel zum nächsten G8-Gipfel in Japan stattfände, wo Klima ebenfalls eine größere Rolle spielen soll (7.-9. Juli 2008), oder darüber, dass wir die Kämpfe durch eine eigene Klammer verbinden – etwa die (als Kristallisationspunkt fungierende) Forderung nach globalen sozialen Rechten.
[yes.]
Es dürfte sich von selbst verstehen, dass ein solches Camp – ansonsten wäre es nicht realisierbar – von vielen tatsächlich gewollt sein müsste –
[WIRD ES! aber laßt die leute auch zur sprache kommen!]
nicht nur von denen, die die Initiative zu einem Klimacamp lanciert haben, sondern auch von etlichen weiteren Einzelpersonen, Gruppen und Netzwerken.
In diesem Sinne möchten wir unsere Initiative lediglich als Diskussionsorschlag verstanden wissen – ggf. würden wir uns natürlich an der Verwirklichung eines entsprechenden Projektes beteiligen.
[wollten attacis berlin in dieffenbach nicht nächste woche auch dazu... überlegend disputieren? wir warten erstmal auf kassel.]
[bearbeiten]
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ein frisch hereingeflattertes nächstes statement vom 3.11.:
> >>>> die mehrsäulen strategie wäre wohl eher etwas für die perspektiventage
> >>>> vom 17 20 Januar 2008.
[gemeint ist wahrscheinlich: eher was - im bezug auf eine konkretere debatte hierzu]
Kann mir leider jetzt leider auch nur schwer
> >>>> vorstellen was in kassel läuft. aber ich vertraue den menschen die da
> >>>> sind - da viele auch politisch mehr im sinn haben und nicht nur son
> >>>>
> > camp
> >
> >>>> machen möchte. also daumen drücken und abwarten?
[wahrscheinlich...]
zu anstrengender schreibstil
das bezieht sich auf:
mehrsäulen! definitiv mehrsäulen!
geht das auch noch unübersichtlicher? wenn du willst, dass du verstanden wirst, dann bemühe dich doch bitte um einen lesbareren beitrag. danke.
langsam, ersteinmal wußten wir nicht, wie die mehrsäulenidee in kassel aufgenommen wird. der einstieg in die diskussion - mit der schrittweisen gewöhnung an wiki und der einübung an rezipientengerichtete übersichtlichkeit erfolgt, brauchte aber eine anlaufphase.
soll heißen: ich geb mir mühe.
.-.-.-.-.
hey alle,
> mein eindruck vom kasseler vorbereitungstreffen war, > dass bei allen > anwesenden es eben nicht nur ums klima an sich geht, > sondern dass > sich bei genauerem hinschauen immer die systemfrage > stellt.
"bei genauerem hinschauen"? ich wuerde da weiter gehen: das kasseler treffen hat ganz explizit (!) festgestellt, dass das camp naechstes jahr nicht nur die 'lebensstil'-frage stellen will, sondern dass diese nicht ohne die 'systemfrage' zu stellen ist. also: kein klimacamp ohne systemfrage, also kapital(ismus)- und staatskritik. und re: mehrsaeulen war es, glaube ich, fuer alle klar, dass es kein single-issue camp sein sollte, sondern workshops und aktionen zu verschiedenen sozialen kaempfen dort stattfinden sollten, aber eben unter der 'klammer' klima.
der konsens am ende war: a) antikapitalistisch ('systemfrage stellen'); und b) eine vielzahl von kaempfen unter der klammer 'klima' zu vereinigen. weder 'reformistisch' noch 'single issue' also.
gruesse aus (immer noch) kassel...
tadzio
