Energieversorgung
Aus KlimcampWiki
Hier sollen Ideen gesammelt werden, wies um den Umgang mit und die Erzeugung von Energie auf dem Camp bestellt sein wird. Hauptsächlich geht es um elektrischen Strom. Kochen/Warmwasser (mit Holz) zählt natürlich auch dazu.
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Allgemeines
Stefan R: Eins ist klar: Transport- und Anreisefahrten, etliche Rechnerstunden, nötige Anschaffungen etc. verbrauchen Ressourcen und belasten das Klima durch das Camp zusätzlich. Deswegen ein Camp nicht zu machen, ist natürlich Quark. Ziel sollte daher sein, das Camp so klima"freundlich" wie möglich zu gestalten und das Camp möglichst modellhaft ökologisch zu organisieren. Und dies sogar, wenn bei genauerer Betrachtung sogar mehr Ressourcen verbraucht werden. Der Transport/die Organisation und der temporäre Aufbau von Energieerzeugunganlagen verschlingt mitunter mehr (nichtregenerative) Energie, als am Ende produziert wird. Die Herstellung sowieso, hier hilfts auch nicht weiter, dass sich irgendwelche Anlagen nach xx Jahren energetisch amortisieren. Das CO2 usw. ist bereits freigesetzt und Erdöl/Kohle usw. verbraucht. Mich wundert, dass die Energie/Konsumfrage bisher kaum Beachtung bekommen hat. Sollte es auf einem Klimacamp nicht auch um die modellhafte Umsetzung einer ökologischen Energieerzeugung gehen? (Sinnloser) Energieverbrauch ist doch grade der Grund, warum das Klima so gut wie im Arsch ist.
Queerfirebird:
Eindruck von den Klimacamps in England (und hier: Erfahrungen aus England noch mehr):
Die Camps for Climate Action waren beide davon geprägt, dass grundsätzlich alle Energie dort vor Ort erzeugt wurde. Ausnahme hiervon waren nur Batterien, die Menschen aufgeladen zum Camp mitgebracht haben.
Effekte dieser Energieorganisation waren zweierlei:
- Die Bewegung hat selbst dazu gelernt, wie Politik lebbar ist unter diesen Infrastrukturvoraussetzungen. Linke Politik ist auch möglich ohne herkömmlichen Stromanschluss. (prefigurative action?)
- Es wurde auch nach außen gezeigt, dass die Forderung nach "Social change not Climate change" auch intern umgesetzt wird: wir müssen unsere soziale (Un)Ordnung ändern, um dem Klimawandel zu begegnen. Dazu gehört eben auch die (Un)Ordnung der linken Bewegung(en).
Technik
Stefan R: Grundsätzlich geeignet als vollkommen regenerative Energieerzeugung eignen sich Solarzellen/Photovoltaik, Windkraft, Muskelkraft und Generator + Verbrennungsmotore mit Pflanzenöl/Altfett oder Biogas. Bis auf eine örtliche Biogaserzeugung erachte ich den Rest als machbar.
Solarstrom
Stefan R: Pro Quadratmeter Solarzelle kann man bei knalliger Sonne mit ca. 100-150 Watt Leistung rechnen, bei großer Hitze oder Bewölkung auch sehr viel weniger. Macht nur in Verbindung mit Akkus Sinn, oder gleich verbrauchen (Handys laden).
Windkraft
Stefan R: Nur eine wirklich große Anlage macht Sinn, oder viele kleine (Schön anzusehen ists im jeden Fall) Hierbei müsste der Strom definitiv gespeichert werden, da das Energieangebot stark schwankt.
Tretrad
Stefan R: Treträder mit Generator finde ich eine gute Idee für ein Camp - weil Räder ja eh vor Ort sind und mensch nur die Generatoren ranschaffen müsste. Ist für einige aber sicher eine grausige Vorstellung, dass mensch für seinen Strom was tun muss.
Generator
Stefan R: ...Also einer mit Verbrennungsmotor. Gebrauchtes Frittenöl kann mensch auftreiben, filtern und durch den Dieselmotor schicken. Geht aber nicht mit allen Motorchen. Vorteil ist, dass mensch die Dinger je nach Bedarf anwirft. Könnte aber auch ständig laufen, wenns Sinn macht. Frisches Pflanzenöl verfeuern ist voll unöko, weil es mit Riesenmaschinen energieaufwendig und mit viel Gift in Monokulturen produziert wird. Dann lieber gleich Diesel. Heizöl ist fast das gleiche wie Diesel, kostet nur die Hälfte, die Verbrennung in Motoren ohne Genehmigung ist aber steuerrechtlich höchstverboten.
Netzstrom
Stefan R: Ein paralleler Stromanschluss eines Ökostromanbieters macht bei einem hohen Stromverbrauch (damit meine ich schon max 10 Rechner, Licht, Handyaufladen für 500 Menschen) denke ich Sinn. Insgesamt die am wenigsten umweltbelastendste Lösung (ausser Tretrad), weils alle Erzeugeranlagen ja schon gibt und kaum Extraaufwand stattfindet. Ist aber nicht meine Vorstellung vom selbstorganisierten Umweltschutz von Unten.
Probleme
Stefan R: Der worst case wäre, wenn es ständig bewölkt ist und kein laues Lüftchen weht. Erfahrungsgemäß gibts aber entweder Sonne, oder Wind, selten beides gleichzeitig. Eine Anlage (Wind oder Sonne) steht also fast immer nutzlos rum (mensch weiss ja nicht, wies Wetter wird). Solarzellen sind teuer und empfindlich beim Transport, Windkraftanlagen (WKA) müssen für ernsthafte Anwendungen groß und hoch sein. Batterien sind saumäßig schwer und beim Kauf wahnsinnig teuer. Eine WKA muss auch wenn nur kurzzeitig sturmsicher aufgestellt werden, was ein großer Aufwand ist. Alles versacht viel Transportaufkommen und Aufbauarbeit. Kabel sind durch einen gestiegenen Kupferpreis mittlerweile auch sehr teuer. Wo Kupfer herkommt und verarbeitet wird, möchte ich lieber garnicht wissen. So wie bei allen Rohstoffen.
Systemspannung
Stefan R: Mensch müsste sich auf eine oder zwei Spannungen einigen. 12V Gleichstrom und 230V/400V Wechselstrom macht Sinn. Generell macht aber so gut wie jede Anlage eine andere Spannung. Es gibt Solarpaneele mit 12...48V Gleichstrom, Windräder von 6-400V Wechsel/Drehstrom, Generatoren für Gleich- oder Wechselspannung. Fürs Umwandeln von Batteriespannung auf Wechselstrom benötigt mensch einen Wechselrichter, gute sind sehr teuer und technisch aufwändig.
Energiemanagment
Stefan R: Die größte Schwierigkeit ist, Energie (Strom) auch verfügbar zu haben, wenn grad keine "erzeugt" wird. Auf einer "Inselanwendung" wie ein Camp kommt mensch nicht drumrum, die el. Energie irgendwo zu speichern. In einem größeren Netz ist dies nur bedingt nötig. Ein Stromgenerator ist hier sehr flexibel, allerdings verbraucht er relativ viel Treibstoff und die Abwärme geht flöten (oder mensch nutzt sie irgendwofür). Die einzig praktikable Anwendung sind derzeit Akkus in jeglicher Größe (Handyakkus bis mehrere Tonnen schwere Batteriebänke). Bei Solarzellen hängt der Ertrag von der Sonnenintensität ab, bei einem Windrad von der Windgeschwindigkeit. Beides macht nur Sinn, wenn mensch die zur Verfügung stehende Energie auch nutzt bzw. mit Verlusten zwischenspeichert.
Ich sehe ein großes Problem darin, dass wir den Strom für Licht brauchen wenns dunkel ist, da scheint auch keine Sonne mehr, Handyladen ist nicht so das Problem, das ist bei Sonne ja am besten, aber wir müssten den halt in Akkus speichern für Licht und alles was man nachts noch so braucht. Für Solarzellen kommen dafür ja eigentlich nur Blei-Gel-Akkus in frage, die sind natürlich teuer, oder man sammelt alte Batterien für den Zweck, bei Alarmanlagen müssen die z.B. alle 3 Jahre ausgetauscht werden, obwohl die 7-10 Jahre halten. Aber dafür bräuchten wir ein Akkumanagement, der die je nach Sonnenausbäute lädt, was bei dieser Stromstärke, die wir im Camp bräuchten nicht einfach wird. --Tobi 22:59, 19. Apr. 2008 (CEST)
Ideen/Vorschläge
Stefan R: Wenigstens wegen dem Modellcharakter plädiere ich für die Eigenerzeugung von Strom - vorrausgesetzt die Teilis möchten hierrauf nicht verzichten. Ausser guten Gefühlen bringt das zwar so gut wie nix, aber mensch kann mal sehen wies grundsätzlich funktioniert und auch das Energieerzeugung wahnsinnig aufwändig oder teuer ist.
Konretes
Ich hoffe es werden sich ein paar mehr Menschen hierrum kümmern oder sich zumindest dafür interessieren. Im Kreis diskutieren und "Politikmachen" ist einfacher als sich Wissen aneignen und praktisch was zu machen, und hat allzuviel bisher nicht gebracht.
Windkraft
Stefan R: Wenn ein Windrad/Windräder gewünscht sind, sollten wir schauen, wos aktuell unaufgebaute gibt. oder es gibt eine Gruppe, die welche fertigt. Die sollten dann auch nach dem Camp irgendwo dauerhaft genutzt werden (also nicht bis zum nächsten Camp irgendwo rumliegen).
Auf unserem Hof liegt aktuell ein Windrad incl. Material für einen 14m-Mast rum. Hat 4,4m Durchmesser und 2kW Leistung bei viiiel Wind. Dies wäre nach einiger Vorarbeit fürs Camp nutzbar. Holzgestelle als Masten sind auch denkbar.
Das zu nutzen wäre natürlich super, wir können vielleicht ja auch selber noch eins zusätzlich bauen, auf [1] gibt es ja Anleitungen, aber auch hier gibt es natürlich das Problem mit der Ladekontrolle, aber zumindest wäre ein Windrad ein schöner Effekt um zu zeigen wie wir uns die Energiezukunft vorstellen. Habt ihr einen Regler für die Windkraftanlage, also einen Spannungs oder Laderegler? --Tobi 23:09, 19. Apr. 2008 (CEST)
Solartechnik
Stefan R: Solarzellen auf Autobahnen etc. stehlen ist total verboten! Ebenso von Parkautomaten, Firmendächern usw. Kaufen ist sehr teuer, 100 Watt kosten ab 400 Euro. gebraucht kaum zu bekommen.
Oder mensch hält ausschau, ob nicht eh irgendwer sein Dach damit pflastern will und die vorher fürs Camp zur verfügung stellt.
Die Eigenschaft, dass Solarzellen beim Stromverkauf eine gute Rendite abwerfen, kann mensch sich zunutze machen: Geld zusammenborgen & kaufen, auf dem Camp nutzen, danach irgendwo aufs Dach pappen und warten. Nach max. 10 Jahren hat jeder sein Geld zurück und die PV-Anlage "erwirtschaftet" in den nächsten 10 Jahren nochmal die gleiche Summe. Das finde ich sinnvoll, um irgendwann mal "eigene", nichtkommerzielle Strukturen finanzieren zu können.
Bei uns ist dies für 2008 angedacht, es fehlen aber noch (privat)kredite.
Generator
Stefan R: Bei uns existiert ein 63kW Generator, der auch mit Pflanzenöl/Frittenfett laufen würde. Nach kleineren Reparaturen stünde dieser ebenso zur Verfügung. Gewicht schätzungsweise 2 Tonnen.
Batterien
Stefan R: Wenn leute mit Autos anreisen, so könnten diese ihre Autobatterien zur Verfügung stellen. Wir könnten ca. 300Ah 12V Solarakkus ausborgen.
Jörg: Wir holen uns alte batterien von einer nahgelegenen autowerkstatt (messgerät notwendig, um zu prüfen, ob die noch was taugen). mensch muss allerdings eine andere alte mitbringen zum austauschen. wenn mensch sowas hat, dann ist die sache kein problem. (und zusätzlich ein paar euro für die kaffekasse wirken auch oft wunder, ;o))
Wie schon oben gesagt, könnten wir auch versuchen an gebrauchte Blei-Gel-Akkus aus USV und Alarmanlagen kommen, wenn es noch Firmen gibt, die die nicht bei Onlineauktionshäusern verkaufen. --Tobi 23:13, 19. Apr. 2008 (CEST)
Sonstige Technik
Stefan R: Laderegler, Wechselrichter etc. könnte mensch kaufen, und nach dem Camp vom gesetzlichen Rückgaberecht Gebrauch machen. Geht natürlich für teure Sachen aller Art, die sich durch Benutzung nicht "Abnutzen". Achtung, für Vereine und andere juristische Personen gilt das nicht ohne weiteres!
