Skizzen, ideen, vorschläge. sammlung offener ideen. julia u.a.
Aus KlimcampWiki
"...die form ist sicher noch lange nicht optimal, der gedanke dahinter wäre ein text im fluß - offene kommentierbare texte wären vielleicht ein weg, um stimmen auch der anderen einzufangen. ein zugängliches, flexibles skizzenbrett, das äußerungen vieler interessierter zuläßt, zu jedem der punkte, jeder der ideen. mitentwicklung, mitbestimmung technisch noch einen kleinen schritt weiter..." [A]
1. http://wiki.klimacamp.org/index.php/Suche_nach_einem_geeigneten_Namen_f%C3%BCr_das_Camp_%28ben%C3%B6tigt_eure_Mitbeteilgung%21%29
nur für den fall, daß es auch andere so wahrgenommen haben, als wäre die namensfrage noch offen, hier der link als möglichkeit zur überlegung.
2.
von julia [JK] eingesendete ideenskizzen mit der bitte um wiki-publikation (marginalien / ergänzungen / weiterwebende antworten von anna [AP]) weitere stimmen willkommen!
Aufbruchstimmung (neue Bewegung entsteht) [<> AP: die Bewegung wächst weiter.]
Wir bewirken etwas (nicht auf lifestyle und freizeitkommunismus reduziert)
[- AP: wir bewirken konkretes. wir schaffen es, uns auf konkrete vorgaben/forderungen/ziele im Laufe des Vorbereitungsprozesses zu einigen. freizeitkommunismus ist ein mir unbekanntes wort. ich rede von forderungen wie der möglichen realisierung eines grundeinkommens, bedingungslos sowie einer garantie für jobwütige/arbeithabende leute, ihr potenzial auch nichtzahlungsfähigen organisationen zur verfügung zu stellen ('kombilohn, grundeinkommen-a-lá-grottian) ähnlich auch: die forderung nach werbefreien, kommerzfreien räumen - gemeint ist damit v.a. der öffentliche raum. widerstand gegen die visuelle verspamung des alltäglichen straßenbildes als eine legitime äußerung der bevölkerung gegenüber diesem wirtschaftszweig. werbewirtschaft mitproblematisieren: billigstromwerbung, privatsenderwerbung...]
Wir bewirken, dass die Leute weniger Energie verbrauchen,
[- AP: ja. aber wir setzen es um, indem wir konkrete forderungen auch an die wirtschaft stellen. (bsp. überlegen wir auch eine besetzung/sitzblockade, die einen gut strukturierten vorbereitungs-vorlauf hat. der ort wird nicht verlassen, bis wir was in der hand haben...) das interesse der derzeitigen herrschenden energieinteressensverbände ist es u.a., die leichte umsetzung alter alternativ-antriebs-forderungen als 'laienspiel' von 'ahnungslosen' darzustellen. wir machen z.b. die möglichkeiten einer loseisung von opec-nahen antriebsformen stärker publik. wir fordern alternative antriebsmodelle mit nachdruck (kleine raps-umbaufirmen. mischantriebsmodelle, gas/strom).] (als beispiel für eine mögliche themenkonkretisierung zu einem der stärksten und gefährlichsten klimakiller - verkehr.] [zum thema verkehr: wir fordern güstigere bahntickets, und zwar zu lasten von "management"gehältern, die zu gunsten von bahn'chefs' gehen, denen nichts lieber wäre, als auch diesen verkehrskomplex vollends zu privatisieren, zu zerstückeln und unter billigfluganbietern untergehen zu lassen.] -- [neben dem verkehr: wir stellen ein paar medienwirksame themenverschiebungen wieder zurück auf die gänsefüße: beispiel konkrete gegenrechnung eine minute an der ampel stehen und autoabgase einatmen gegen eine stunde in einem gesunden umfeld lachender raucher (also u.a. gegen den amerikanisierungs-"sauberkeits"wahn, der sich das gesundheitsthema aneignet in zeiten, in denen sich leute den arztbesuch sparen müssen, weil die praxisgebühr zu viel für den täglichen 3-euro-verbrauch ist (hartzIV, aber auch bafög), werfen auch die horrenden krankenversicherungskosten in den thementopf, vergleichen die ausgaben für den tatsächlichen bedarf (nullkostenübernahmen für brillen, verbandskosten, krankenhaustagessätze...) und ziehen hier die frage nach den spätfolgen von arbeitenden/studenten/täglich auch außer haus tretenden leuten mit ihren täglichen ampel-abgase-pflicht-einatmungsminuten wieder ins feld.)] --
Alternativen zu ressourcenverschlingender Ökonomie aufzeigen
Motivierend für den Rest der Bevölkerung
Vernetzung mit anderen
Hoffnung, wir sind nicht allein - den Unterschied ausmachen
[AP: sicherheit, daß wir nicht allein sind - v.a. in der öffnung der themenschnittstellen zu den sozialen brennpunkten der heutigen luxus- (oben) und (gleichzeitig) prekarisierungsgesellschaft.]
Sitzblockaden, um unsere Ablehnung auszudrücken
Massenaktionen (in der gegend von großstädten leichter realisierbar...)
Vielfalt: Clowns, Baumbesetzungen, Straßentheater
(u.a. die clowns aus freiräumen wie der oubs z.b. [oubs ist offeneuni berlin --> http://offeneuni.tk )(eingebracht wegen alternativortsuche für dezembertreffen http://wiki.klimacamp.org/index.php/Entscheidungsfindung_Termin_Dezembertreffen )
Enterhaken -> Zäune vom Kohlekraftwerk einreißen -> Büros von RWE, Eon und Vattenfall besetzen
[atomstromkonzernbürobesetzungen. kraftvolle aktionen, die für medien zugänglich sind] [hier würde ich gerne demnächst ein paar berliner firmenadressen hineinsetzen - ] (falls berliner-umgegend-camps sich als möglich (von der gruppe gewollt) erweisen sollten: bagger klauen! : ] bzw. bagger entführen! und dann damit gegen die zäune.)
Kreative Aktionen mit toller Außenwirkung (Medien)
Kinderdemo
[aber die von kinderarmut betroffenen nicht außen vor lassen...]
Phantasievolle, direkte Aktionen, blockieren, dementieren, wegpusten
Gute Argumente, die überzeugen
Ziviler ungehorsam
[und zwar einer der wirken und nachwirken kann: u-bahnen (kameras), webkameras auf öffentlichen plätzen, wenn stromkonzernbesetzungen, dann mit bewehrten straßenkünstlern dabei: sprich künstler+farbe+pinsel (wir haben solche hier...) - spuren hinterlassen, aktive bzw. aktionskunst zum teil des protestes werden lassen - stellt euch einen beuys-satz auf einer büroglaswand vor..., eine sechsemalersetz auf einem riesentransparent eines besetzten büros...]
Entschlossene bunte Aktionen mit positiver Außenwirkung
[AP: ebendas, aber mit dem Vorteil, daß z.B. bei einem Sterncamp in der Berliner Umgegend Aktionen für viele der erhofften/eingeplanten/einzuladenden Akteure (z.b. Clowns) leichter zu realisieren wären. (auch Clowns müssen sonst die - immer noch relativ teuren - Bahntickets kaufen...) (illustration zu dieser zeile: tipp "clownsarmy" auf http://onpra.de ein)] - [Ziviler ungehorsam/Massenaktionen: bsp.weise eine stadtweite u-bahnfahrt mit mehreren gruppen. hämmer und farbeimer gegen überwachungskameras in den u-bahn-waggons...] -
Toleranz für unterschiedliche politische Ansätze
(überhaupt toleranz.) (und das nötige abwegen, wie weit der fächer gehen soll. z.b. 'extremlinks' bis mittelinks und keinen schritt weiter?)
Andersartigkeiten tolerieren
(auch bei der emailkommunikation vorher)
Gemeinschaft und freiräume
(in der gegend von großstädten mit existenten freiräumen wie genannte oubs http://offeneuni.tk - die berliner hausprojekte wie die köpi siehe http://de.indymedia.org/2007/08/190781.shtml - dann die vernetzungsmöglichkeiten mit bestehenden freiräumen 'mit erfahrung'... neulich begegnete mir ein mitstudent (FU), jemand aus slowenien, der nach berlin gekommen ist, um bei der geplanten, noch nicht ganz funktionierenden web-vernetzung zwischen den berliner hausprojekten zu helfen - welche potenziale sich hier eröffnen ließen...)
Handlungsmacht reflektieren, kennenlernen, erweitern und nutzen
No Logo (aber kunst)
Respekt
Sich wert-schätzende Pluralität
Unterschiedliche politische Spektren (Jugendumwelt, Anarchisten, Friedensgruppen, BIs...)
(ap: friedensgruppen im bund mit sozialen ag´s [sozialforen] --> dem rüstungshaushalt einen riegel vorschieben, das geld zurück in den sozialen topf)
Solidarische, kreative, inspirierende politische Kultur. Anarchie funktioniert und wir sind stolz darauf.
(anarchie funktioniert nur, solange man sie läßt: repression konkret angehen. rechnungen ausstellen: wie viel konsten schlagstöcke im einkauf, wieviel wird in digitalfunk invesiert, was kostet ein einziges polizeiauto jährlich (sprit, verschleißkosten...) was kostet eine polizeieinheit jährlich, wieviel davon leistet sich z.b. eine großstadt. kostenrechnungen aufstellen. weiter mit dem schwund der grenzen zwischen apparat polizei und bundeswehr/BWeinsatz im inneren: wieviel kostete der letzte tornadoflug über heiligendamm. welche, vor allem, wessen gelder flossen bei der bestellung des BWeinsatzes aus dem eigentum der bevölkerung in die kanäle der armee-oberen. dann zurück zur polizei: welche schäden verursachen gummigeschosse wirklich. was bedeutet der verlust eines auges (wasserwerfer heiligendamm). wieviel an kosten verbraucht ein einziger wasserwerfer im verlauf eines jahres...) (und: wieviel wird auch über diesen weg dem sozialhaushalt geraubt...)
Radikale Vielfalt
Alle Generationen
Jung und alt
Menschen aus sozialen Bewegungen in anderen Teilen der Welt
SchülerInnen, die sich wohl fühlen
[AP: aber Kritik an a) der Umgestaltung der Bildung zu einem bereits in der Schule als käufliche Ware und nur einer Eliteschicht zugängliches Gut üben, dabei auch eine eigene kritische Meinung zu b) Überwachungskameras in Schulen nicht verstecken] Kontakt zur Region [also nach Berlin, Potsdam und Umgebung z.b....]
Vorbereitete Menschen
[also in berlin z.b. ... oben steht freiräume... hier viele 'vorbereitete hausprojekte' z.b...s.o.]
Fröhliche friedliche und inspirierende Atmosphäre
Idylle - keine Autos
[wäre mir auch am liebsten. aber ganz ohne wird es nicht gehen: es würde gelten, den größten klimakiller eben weil er der größte ist, mitzuthematisieren, und zwar möglichst hieb- und stichfest. kleine, längst funktionierende motor-umbaufirmen z.b. mit ins boot holen] [und: sich mit den pferdefuhrwerkleuten - die es z.b. in berlin gibt - zusammenschließen. (ein paar kieze/stadtbezirke in berlin bauen das seit ein paar jahren ein bißchen aus).]
Gourmetstyle Voküs [AP: ? aber auch simple butterbrote]
Gute Stimmung, wie in England mit Hauptaugenmerk auf nettem Miteinander und interessanten inspirierenden workshops
[AP: nicht ganz wie in England, mit einem Fokus auf gut vorbereitete, handfeste Forderungen...]
Gutes Essen [gab´s das nicht schon]
Starker Wille [gehört dazu]
Sonne [muß man glück haben.]
Kreativwerkstatt [muß man paar erfahrene künstler, z.b. maler zur hand haben.]
Lachen (au ja. laß den miesepeter den uniformen. aber ein hauch schwarzer humor darf auch eine rolle spielen...)
(Strassen)Theater
(berlin prenzlauerberg/gleimkiez/mortzhof- bzw. kinderstadtbauernhofkiez: wir haben z.b. unseren kiez-piotrek. hat internationales straßentheater gemacht in polen, als der eiserne vorhang noch alle leute unken ließ, daß der das nie hinbekommt...) (und sonst ein paar straßentheatererfahrene leute in der gegend) (oder den kazik/"kaiser der clochards"...)
Natur, Wald, Hügel - viele Internationale Kunstaktion
(berliner parks... hügel wir haben ein paar... den kreuzBERG den pankBERG den prenzlauer HÜGEL den humboldthainGRAT und ein paar andere...] [und HOLA internationale künstler haben wir auch hier. neulich der toscani... oder der ukrainer-new-yorker abrabraham lubelski... so lustige leute. ]
Spaß [gibt es! : ]
Humor [auch den aus der TITANIC! : ]
Musik [viele gruppen hier...]
Tanz, Kunst, Bewegung [vor allem bewegung...]
Information über Solar-Windkraft und permakultur
[yes. und zwar konkrete hierzu. den zweig als solchen stärken: einzelpersonen/erfinder, bastler, einzelpersonen, die sich für kollektoren auf ihren dächern / in ihren gärten eingesetzt haben. oder berliner experimente: licht, per schüsseln, auf die alufolie montiert wurde, aufs dach montiert, dann reflektiert in fenster dunkler hinterhöfe... also erlebte/gelebte lebensvielfalt und erfindungsreichtum]
Vormittags Theorie workshops/Referate - nachmittags Praxis
Aktionen/Vernetzung
Interessante workshops, Diskussionen
Workshops_ lernen für das "Leben nach dem Camp" [ist dann das leben vor camp g8/2009...wenn man nur will...]
Ideen für den politischen Alltag
(AP: bsp.weise ausbau direkter demokratie: einflußnahme in konkrete entscheidungen. bundestag langsam geschichte werden lassen.... volxabstimmungen zu einzelbeschlüssen, allgemein zugänglich. auch per netz-zugang. - denn: es gibt keinen "fachmann" der für den "laien" (wähler) entscheiden muß, ob staatsgelder lieber in das grundeinkomemn oder für kerosin über afghanistan verpulvert werden soll. oft ist der "laie" belesener als der für [rüstungs-]PR-zuzahlungen empfängliche abgeordnete. es gibt keine gründe, die verantwortung für entscheidungen nach oben deligieren zu lassen. dieses land hat die strukturen für eine funktionierende basisdemokratie. es muß sie nur unüberhörbarer einfordern. so laut, daß der ruf nicht mehr ignoriert werden kann.]
Utopie leben: vegane Vokü [ : ] wieder?),
Gewaltfreiheit (vor allem frei von Gewalt uniformierter ungebetener Gäste),
solidarisches Miteinander
Leckeres Bioessen [ :] nochmal?]
Wenig Energieverbrauch - "saubere Energie" [naja lichtblick halt z.b.]
Ausprobieren des ressourcenarmen Lebens
[auch mit den leuten, die ihr leben lang - unfreiwillig - ressourcenarm leben. diejenigen, dei 'umweltschonend' existieren, weil sie keine wahl hierzu haben. leute auf der straße trennen zwar nicht besonders gut ihren müll, dafür verbrauchen sie wenig davon. mitnehmen in die diksussion - welche lebensphilosophie entwickelt ein heutiger diogenes, um sich im leben durchzusetzen, was trennt den wohnunghabenden vom obdachlosen, was trieb den obdachlosen in seine situation, wie kann man einer heutigen gesellschaft das aufdiestraßesetzen und prekarisieren erschweren?]
Wenig Müll/Materialverbrauch [siehe oben: fachleute fragen.]
Whole food -regio -bio -"klimaneutral"
[ist - nebenbei - schon eine art luxusthema. wichtig für einen großteil eures bisherigen bewegungsradius. es gibt hier sicher mehr möglichkeiten...] Radikal-ökologisches Leben auf dem Camp mit dem Ziel: null CO2-Ausstoß Umweltschonende Technologien (nutzen - erfahren - entdecken - weiterentwickeln)
Computer-pool mit Solarenergie betreiben [<! sehr gut. v.a. überhaupt guter, zugänglicher pc-pool...]
Zeltstruktur: aussen wohnen, innen diskutieren, arbeiten, feiern
Baumhäuser (von außen schwer einzusehen und einzuschätzen)
Ort: braunkohletagebau oder Kraftwerk --- [oder flughäfen] --- [oder die stromkonzernsitze in berlin...] [von den camps im umfeld leicht erreichbar...]
Infrastruktur wie in reddelich
Barrios Plena
Entzerrte Infopunkte
Camp als nichtstressiger einigermaßen sicherer Rückzugsort
Indymedia-center [<-- yes, auch hier einer der hauptpunkte. auch hier - egal, welcher ort es schließlich wird - muß dieser ort von uns aus am besten geschützt sein (indybuskonfiszierung...)]
Konsensentscheidungen [wenn sie sich auf dauer möglich erweisen, oder? nicht doch lieber auch mehrheitsentscheidungen, fall sich fragen ergeben sollten, bei denen eine konsensfindung schwierig wird?]
Kollektivität leben/ausprobieren
Kommunikation (gewaltfrei -offen -wertfrei) Menschen dort abholen, wo sie stehen - trotzdem antikapitalistische Message nicht verlieren
Jeder fühlt sich zu Bezugsgruppe zugehörig - auch für Diskussionen/Aktionsplanung - wenig große Plena
[nicht jeder muß sich einer (oder einer einzigen) Bezugsgruppe zugehörig fühlen... es gibt auch berufliche Verpflichtungen zu einem Standpunkt neben jeder möglichen Gruppierung trotz symphatisierender Nähe zu ihnen (Bsp.weise symphatisierende Medien). zwar ist auch die reine Objektivität eine Illusion (Kisch), doch ist der menschliche Hang zu einem individuellen, eigenen, namentlich zu vertretenden Standpunkt teil der Lebensweise vieler ... von euch schließlich auch gesuchten Individuen (Künstler, Musiker, Theaterleute, autoren...)]
Kein Plenum, keine zentrale Entscheidungsfindung, dadurch kein kollektives Handeln und kein Zwang zur Anpassung
[aber netzplena/lebendige diskussion/entfaltung der ideen/möglichkeiten ermöglichen. dies hier ist - wenn auch auf einem 'seitenwiki' der versuch einer solchen...]
Basisdemokratie (Bezugsgruppen, SprecherInnenrat) [muß das? verführt zu endlos-debatten... ]
Transparente Kommunikation [wie hier möglich wäre z.b.]
"Vergiss nie, wofür du lebst!" -(Paulo Coelho)[J]
"Gewiss gebietet es die Klugheit, lange Zeit bestehende Regierungen nicht aus geringfügigen Anlässen zu wechseln; und die Erfahrung hat gezeigt, daß Menschen viel eher geneigt sind, zu dulden und zu leiden, solange die Mißstände noch erträglich sind, als sich durch die Beseitigung altgewohnter Formen Recht zu verschaffen. Aber wenn (eine) große Anzahl von von Mißbräuchen und Übergriffen, die stets das gleiche Ziel erkennen lassen, daß Menschen absolutem Despotismus unterworfen werden sollen, dann ist es deren Recht und Pflicht, eine solche Regierung zu stürzen und neue Garanten für ihre künftige Sicherheit (Vorschlag: ihre zukünftige Existenz bzw. Existenz...sicherung) zu bestellen." Aus dem Programm der Black Panther Party, 1966, letzter Absatz. Abgedruckt in: Bommi Baumann, Till Meyer: Radikales Amerika, Rotbuch 2007, S. 111-114. (Till Meyers Unterschriftsetzung unter das Berliner Volxbegehren 'Unsere Unis' können Sie als Standbild (Fotografie) betrachten auf http://onpra.de unter dem Suchstichwort "Volxbegehren". [AP]
sicherung der seite über upload u.a. auf http://artalk.de/sterncamp2008.txt
es folgt: ein halbprosatext für zwischendurch. ankonzipiert unter dem motto 'was wäre oder könnteseinwürde, wenn das camp - oder sein nachfolger ein jahr später - doch sternartig um berlin herum stattfinden täte'. um eine stadt herum, in der politische entscheidungen gefällt werden, um eine stadt mit vielen vielen stromkonzernfilialen. flughäfen. neuerdings sogar mit einem BND-neubau. und einem bundestag-im-reichstagsgebäude, in dem die damen und herren sitzen, die für die entscheidungen zuständig sind, die euch stinken.] der halbprosatext:
Sterncamp: eine Chance für den G8-Protest 2008?
anna panek
Wie stehen die Chancen für ein Sterncamp in D-Land, parallel zur G8 2008 in Japan, wäre dies die lange gesuchte, ersehnte und benötigte Fortsetzung der Protestbewegung von Heiligendamm und was ist ein Sterncamp?
Advent? Plätzchen? Funkelnde Sternchenlämpchen? Während in den Straßen Berlins ein Teil der Bevölkerung auch dieses Jahr dem Befehl der Wirtschaft Folge leisten wird, der nach ihren ersten Drohungen und Mahnungen (Spekulatius und Lebkuchenzeitauftakt seit Ende September) nunmehr unüberhörbar zum Ernst der Lage zurückruft und die Auslagen mit Nikolausis, Watteschnee (während eine nächste Kindergeneration heranwächst, die mit dem Finger auf Watte-auf-Plastikgrün-Auslagen deutend leise fragen: ‚ich weiß nicht, was soll das bedeuten...?’), Engelchen, Sternchen (sic!), Tannenbäumchen, Flügelchen und Alu-Äpfel bepflanzt – wird ein anderer Teil der Bevölkerung die (! konspirativ!) Kapuzen unter Regenschneefall tiefer in die Stirnen ziehen und mit, wer weiß, vielleicht ruhigeren Schritten unter dem erbarmungslosen Lichterkettengeflacker durch Trottoirs zu Treffen schlendern, die seit Heiligendamm eine unüberhörbare Parallele aufweisen:
Wo auch immer sich – seit Juli dieses Jahres - eine Gelegenheit zum Nachbereiten, Durch-, Quer- und Überdiskutieren, Zusammenfassen, Evaluieren (wenn auch zum Glück tabellenfrei), Debattieren, Über- und Unterdenken ergab, wurde laut vernehmlich auf allen G8-Nachveranstaltungen v.a. eine Frage hörbar – wie geht es nun weiter? Die Protestbewegung hatte in Deutschland sichtbare Spuren hinterlassen. Sie konnte zeigen, wie breit gestreut sie ist, wie weit das Linke Spektrum bis in die jetzige Plätzchenbackfraktion reicht, zu wie gewalttätigen Gegenmaßnahmen sie ‚Staat’ (als dessen Vertreter sich CSU, Kavala, Berliner Polizeipräsidenten wie auch Uni-DIETERs gerne betrachten) und seine bundeswehrnahen Institutionen zu veranlassen in der Lage war. Deutlicher kann eine Regierung in ihrer derzeitigen fragwürdigen Koalition kaum zugeben, wie alleingelassen sie ist einer Bevölkerung gegenüber, die kundgibt, auf eingefahrenen Schienen [der Castor-Transporte z.b. - oder der als zerstückelbar begriffenen Bahn AG z.b. – der Schienen einer Wirtschaftsweichenstellung, die Kerosinverbrauch über Vernunft und tatsächlichen Bedarf stellt] weiterfahren zu wollen. Wie einsam ein paar Herren (und, wenn auch merklich weniger – Damen) gegenüber tausenden aktiven Bürgern (und ihren plätzchenbackenden, jedoch neugiereigen Fernseh-, Radio- und Internet-Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern) sind, wie dünn selbst eine schußsichere Scheibe ihnen selbst erscheinen muß, zeigen alleine schon Tornados und auf Augen zielende Wasserwerfer. Zeigen die von SIEMENS in aller Eile zur Verfügung gestellten, rasch zu Käfigen umgebauten Hallen von Heiligendamm, zeigen Abhör- und Durchsuchungsmaßnahmen bei den Beteiligten der Proteste, zeigen auch die haarsträubenden Versuche einer Präzedenzfallschaffung an Teilnehmern von G8-Mobilisierungsfahrten wie Andrej Holm.
Während sich Mitarbeiter von Security-Firmen – von Naomi Klein zurecht als die neuen Aufsteiger der Globalisierungsära erkannt – bereits auf eine Berliner Sicherheitsmesse im Januar freuen, eine Messe mithin, die regierungsseitig wiederum als Kongreß bezeichnet wird, um den Wirtschasftsaspekt der Veranstaltung als ein staatliches Interesse verkaufen zu können – werden bereits erste Ideen laut, wie sich die Erfahrungen aus Heiligendamm auf 2008 übertragen ließen, ohne den Hauptinteressenten eines neuen Medien-Hypes die Gelegenheit zu neuen Nachrichtenagenturkraftakten geben zu müssen. Immerhin bleiben die Zitate von Felix Lee und Michael Backmund – gehört während einer kleinen G8-Medienkonferenz im Berliner ver.di-Gebäude - weiterhin gültig und sollten in die Vorbereitungsphase einer solchen eventuellen Folgeveranstaltung übernommen werden dürfen: was durch die zu direkten Kanäle Kavala - ddp/dp/dpa in die bereitwillig aufgreifende Internationale Presselandschaft gelang, bleibt als Kondensspur über jedem nächsten Camphimmel haften. Die drei Tage, welche die Presse in ihren diesbezüglich zumindest an einer Mindestwahrhaftigkeit (im Sinne des Treue zum tatsächlich Geschehenen, Gesehenen, Vorgefallenen) interessierten Blättern für die Korrektur der gröbsten Falschmeldungen der Kavala benötigte, sind a) zuviel und b) nicht mehr ohne weiteres – international gesehen – zu kaschieren. Während in Berlin Begriffe wie „Schwarzer Block“, „Chaos“, „Gewaltdebatte“ ein allgemeines zwischen-den-Plätzchen-Grinsen und süffisante DIETERbemerkungen nach sich zieht (Berlin verfügt derzeit – siehe oben - über zwei Dieters auf präsidialen Sesseln), gibt es unter Umständen noch ein paar Amerikaner, Franzosen, Bayern, die weiterhin in der Überzeugung vor sich hin leben, der Sternmarsch wäre ob einer nicht mehr einzuschätzenden ernsthaften Gefährdung (und zwar nicht eines zweiten Auges, sondern der von ihnen mitgewählten Marionetten) und zwar sicherlich verfassungsgemäß verboten worden.
Somit wäre eine der ersten Aufgaben für ein solches mögliches Nachfolgecamp, neben der Strukturierung der Inhalte – zu welcher Diskussion sich glücklicherweise endlich Begriffe wie „social change“, „Mehrsäulenstrategie“ und „Antimilitarismus“ dazugesellen – ein wenig früher vor medialer Vernachlässigung zu schützen.
Bei einem der letzten Berliner Treffen, bei welchem auch über die Diskussionen eines kürzlich stattgefundenen bundesweiten Treffens in Kassel referiert wurde, kam zumindest zum Vorschein, daß das Mehrsäulenstrategiepapier auf mehr als nur ein paar offene Ohren stößt. Kritisiert – oder besser – umgrübelt – wird alleine das Konzeptspektrum, welches die begriffswahl Mehrsäulen evoziert. Während der Begriff selbst Bilder wie [z.b. Faltboot-]Stege oder sogar antike Forenbauten (schlicht von Säulen Gehaltenes) hätte erwecken können, zog man es vor (Plätzchenbackzeit!) Namensideen wie „STERNCAMP“ in die Debatte zu werfen. Und?
Und – nicht schlecht! Sterncamps könnten – wenn gewollt und von einer breiten Mehrheit getragen – das bieten, was die Suche nach einer Camp2007-Nachfolge begehrt. Die Möglichkeit zu einer – terminlich zentrierten und geographisch günstig eingeplanten – Bewegungssammlung, bei der – falls sie z.B. um leichter erreichbare Großstädte angelegt werden – die Vorteile kaum mehr von der Hand zu weisen wären. Ziele und Aktionsmöglichkeiten, wohin man nur blickt. Sei es, daß z.B. ein Aktionsgrüppchen, das z.B. in „linke Hand-Camp“ campiert, mal ein bisschen – als ganzes Grüppchen – touristisch Berlin erkunden fährt und bei dieser Gelegenheit auf die öffentlichen Bewegungsmittel aber sogar gerne zurückgreift – und bei dieser Gelegenheit wiederum – da praktischerweise mit einem Hammer ausgestattet, mal der einen oder anderen in den hier eingesetzten neuen Waggons alle 5 Meter intallierten Beobachtungskamera „hallo!“ sagt – sei es, daß das Camp „Spielbein“ [bei Gelegenheit mit genauerer Erläuterung] einmal dem nahegelegenen Flughafen einen beladenen Besuch abstattet – die Möglichkeiten sind beinahe unerschöpflich.
Einen besonderen Anreiz bietet die Stadt mit ihrer spannenden Medienlandschaft, die – und hier höre man das halb-verzweifelte, halb-hoffnungsvolle Seufzen aber auch ALLER Printredaktionen dieser Stadt... – die Chance erhielten, sich im nächsten Jahr nicht schon wieder als „arme, arme! Pleiteredax!“ beschimpfen zu müssen in ihrem nicht eben unbekannten Mangel an vor-Ort-Kräften (und der Spesenausgaben hierfür).
Vielleicht als letzte Ergänzung dieses medienseitigen Antast-Anbaggerversuchs an die Camporga2008 – sei nur hingetippflüstert, daß v.a. eine bestimmte Redaktion dieser Stadt über besonders besuchenswerte Glashochhausnachbarn verfügt, deren Klirren ÄHM natürlich Kälteklirren, wir schreiben jetzt Winter – möglicherweise – ein erstauntes Echo nach sich ziehen könnte. Vielleicht als versprochen allerallerletzten Satz ließe sich hier anmerken, daß es für erstaunlich befunden werden kann, daß man mittlerweile in Publizistikseminaren junge, noch unerfahrene Leute (also Studenten) nunmehr mit zweiteiligen „Pflicht“-Seminar-Referaten berieselt werden, bei dem neben der vollständigen Biographie Springers, neben den neuesten Aktieninvestitionen des Imperiums und allem, aber auch allem, was auch Dich, lieber open-source-Leser, nie besonders interessiert hat, kein kritisches Wort zu vernehmen ist. Zu fragen wäre, ob Seminarinhalte wie diese auf ‚DIETER ZWEI’ zurückgehen, oder ob Dozenten für solche Schwerpunkte selbstverantwortlich zeichnen. Des weiteren ließe sich fragen, ob es tatsächlich so viele in dieser Stadt gibt, die glauben, Publizistik-Absolventen hätten Journalistenschulen-Abgängern gegenüber wirklich so wenig zu bieten, daß man sie auf das Schlimmste aller Übel bereits im Feuchthinterdenohrenalter vorbereiten müsse. FU-Studis? Ihr MÜßT euch dort nicht bewerben! Gibt besseres!
Es muß nicht sein, daß ihr die Praktikanten spielt bei einem nächsten medialen Camp-'Hype', bei dem Springers 'Kochstraßen'-Fans und sein näherer Politparteifreundeszirkel [Kurt Wasner u.a.] sich die Händchen reiben über eine hoffnungsfohe neue Mediengeneration, die geübt ist im bloßen Verarbeiten durchgesendeter Nachrichtenagenturfalschmeldungen, die brav das Gelernte in Klausuren wiederzugeben imstande ist [Nachrichtenagenturen sind zuverlässige, altehrwürdige Institutionen...], aber sonst prima geeignet für das ...12... das 13... das 14... PRAKTKUM und sonst nichts.
